Korrekt formuliert ist das, was wir unter Höhenangst verstehen, Tiefenangst. Denn nicht das Obensein verursacht Panik, sondern der Blick nach unten. Eigentlich ein sinnvoller evolutionärer Überlebensmechanismus – ein gewisser Respekt vor Höhen kann ja nicht schaden.

Im Unterschied zum Höhenschwindel, der auf einer Gleichgewichtsstörung basiert, ist die Höhenangst (Akrophobie) eine Angsterkrankung, die durch negative Gedanken hervorgerufen wird. Manchmal hängt das mit einem Schreckensmoment zusammen, in dessen Folge ein Blick in die Tiefe immer wieder mit dieser unangenehmen Erinnerung verknüpft wird. Viel öfter aber liegen die Wurzeln in kindlichen Vertrauens- und Bindungserfahrungen, die zu sehr auf ständigen Halt von außen ausgerichtet waren. Später, wenn dieser Halt wegfällt, kann aus Unsicherheit Panik werden.

Antwort von: DR. MARJENKA SCHUSTER, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in Leverkusen

Anzeige
Anzeige